{"id":1182,"date":"2013-05-28T22:34:48","date_gmt":"2013-05-28T20:34:48","guid":{"rendered":"http:\/\/cvide.com\/kiefer\/?p=1182"},"modified":"2013-05-29T15:51:33","modified_gmt":"2013-05-29T13:51:33","slug":"meetropool-everest-60","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cvide.com\/kiefer\/?p=1182","title":{"rendered":"Meetropool | Everest | 60"},"content":{"rendered":"<p>Review \/ Recension of Ulrich H. Kiefer (2009) due to 60 years expeditions on top of the Chomolungmy<\/p>\n<p><strong>Tiefrote Sonnenunterg\u00e4nge, runde Steine und von Sternschnuppen bei eisiger K\u00e4lte in der Todeszone!<\/strong><\/p>\n<p>Paperback edition signed by the author, the first German women on the Mount Evererst: &#8220;Nur der Himmel ist h\u00f6her. Mein Weg auf den Mount Everest&#8221;<\/p>\n<p>Helga Hengges Buch, \u201eNur der Himmel ist h\u00f6her &#8211; Mein Weg auf den Mount Everest\u201c in der Taschenbuchausgabe 2002, M\u00fcnchen, bewegte mich tief. So dauerte es einige Zeit, bis ich in einer Nacht voller Hoffnung die Bezwingung des Chomolungma herbeisehnte.<\/p>\n<p>Der Reihe nach: Helga Hengge will uns nicht in die harte M\u00e4nnerwelten rund um die Weltrekordversuche, alle 14 Achttausender im Himalaya ohne Sauerstoff zu besteigen, einf\u00fchren: ganz im Gegenteil. Sie schreibt \u00fcber ihre Schw\u00e4chen und zeigt damit ihre wirklich wahre Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>Ihr Leben &#8211; im Trubel rund um Designer Moden &#8211; ist vom z\u00e4hen Ringen um die Gunst zus\u00e4tzlicher Kunden oder Leser bestimmt, was sie offenherzig als Insiderin nebenbei zugibt.<\/p>\n<p>Und so beginnt die Beschreibung ihres Lebenswerks mit ganz allt\u00e4glich anmutenden Geschichten einer Moderedakteurin, die an sch\u00f6ne Orte reisen muss, um dort eine gute Arbeit als Designerin zu verrichten. Das wurde ihr dann mit der Zeit zu oberfl\u00e4chlich&#8230;<\/p>\n<p>Den Absprung in das Wagnis am Chomolungma, die Mutterg\u00f6ttin der Erde (Mount Evererst) , schaffte sie 1991 in Etappen mit dem Einstieg in das Freiklettern an den Shawangunk Klippen nach einem Aufenthalt in Saas Fee &#8211; rund um die Ski-Moden&#8230;.<br \/>\nVor der Besteigung des Everest, die sie gl\u00fccklich mit Sherpa Loppsang am 27.05.1999 meisterte, war sie nur noch am Cerro Aconcagua (6962) in Argentinien erfolgreich. Brice Russells verordnete Ausdauer-Marathon-Touren in New York und mehrfach am Berg in immer wieder qu\u00e4lenden Auf- und Abstiegen, von Camp zu Camp, je nach Wetterlage oder Gesundheit sofort todm\u00fcde zur\u00fcck, schaffte sie es \u00fcbergl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Der Leser leidet hier mit, und nach drei von insgesamt sieben Jahren harter Arbeit und anstrengender Lernprozesse gelingt es dann das Wunder doch noch. Nach der Lekt\u00fcre bleiben mir nur noch zwei Fragen \u00fcbrig&#8230;<\/p>\n<p>1. Wie bzw. wird sie als erste Frau den Berg &#8211; das n\u00e4chste Mal von S\u00fcden hinaufsteigend &#8211; bezwingen k\u00f6nnen?<br \/>\nDas ist gef\u00e4hrlich: der Erfolg steht in den Sternen. Es w\u00fcrde mich aber nicht wundern, wenn es gel\u00e4nge.<\/p>\n<p>2. Welche Schuhgr\u00f6\u00dfe muss man haben, um sich \u00fcber die gro\u00dfen Spalten im Gletscher scheinbar m\u00fchelos hinwegsetzen zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Hengges Schw\u00e4che f\u00fcr die Sterne der Milchstra\u00dfe wird im Buch offenkundig: diesen war sie vor der Gipfelbesteigung des Everest einmal erfolgreich gef\u00e4hrlich nahe gekommen: 1997 am Huascar\u00e1n (6768) im s\u00fcdamerikanischen Andenstaat Peru.<\/p>\n<p>Eine Expedition im Jahr 1998 auf die G\u00f6ttin des T\u00fcrkis, kurz Cho Oyu (Qowowuyag des T\u00fcrkis), misslang leider in 7500 Metern H\u00f6he. Daher ist ihre tiefe Ehrfurcht vor dem Universum, in das sie weit bis zum kleinsten Stern vordringen m\u00f6chte, gut angelegt.<\/p>\n<p>Sie rettete diese Eigenschaft aus ihrer heilen Kinderwelt ins 21. Jahrhundert. Ihre in einer Garage geschmiedeten Startup Ideen erhielten den Code-Namen Operation Sonnenschein; die Sterne blieben ihr also treu. Und so wuchsen ihr, wie einem Engel, in kritischen Momenten Fl\u00fcgel, die ihr das notwendige Vertrauen in unsere Sch\u00f6pfung, von der Mutter Natur, verleihen.<\/p>\n<p>Positive Gedanken und vor allem die notwendige Sicherheit &#8211; mehr als 3000 Meter \u00fcber dem Abgrund frei am Seil h\u00e4ngend &#8211; lassen sie stets nach oben schauen. Oftmals trennten sie weit oben auf sehr engen Pfaden nur Zentimeter vom Abgrund, auf denen \u00fcberfl\u00fcssige \u00dcberbleibsel von fr\u00fcheren Expeditionen herumliegen.<\/p>\n<p>Toll an diesem Buch ist das handliche Format: in gerade einmal zehn Kapiteln, die einzeln lesbare abgeschlossene Einheiten bilden, sind packend geschrieben, aber keine leichte Kost!<\/p>\n<p>Die logisch gegliederten Abschnitte respektive Einsch\u00fcbe mit Informationen \u00fcber die Religion und die Philosophie Tibets sind wichtig, um ein besseres Gesamtverst\u00e4ndnis des allj\u00e4hrlich stattfindenden Dramas am Everest zu gewinnen.<\/p>\n<p>Eines ist mir bisher noch nie passiert: einmal holten mich nachts die Geister Nepals ein und ich glaubte mich im ABC Lager in Daunen geh\u00fcllt zu befinden. Genauso spannend und packend, also lebensnah, ist der Weltrekord Hengges beschrieben. Es l\u00e4sst einem dann nicht mehr los, bis zum gl\u00fccklichen Ende.<\/p>\n<p>Interessant sind besonders die tief psychologischen Einblicke in die ansonsten muntere Frohnatur einer sehr begabten Bergsteigerin.<\/p>\n<p>Hengge hat es in einer M\u00e4nnerwelt, die gef\u00fchllos und brutal ist, sind, schwer. Oftmals will sie als eine vermeintlich schwache Frau aufgeben und weint sich dann frierend in den Schlaf. Die in Chicago geborene Deutsch-Amerikanerin tr\u00e4gt das intrinsische sichere Gef\u00fchl in sich: \u201aYes, I can.\u2018<\/p>\n<p>Diese Kraft zieht sie aus ihrem Philosophiestudium. Sie ist auch eine begnadete Schriftstellerin. Um nicht zu viel zu verraten: eine Geschichte um einen Yeti riss mich aus ihrer Depression am Berg heraus. Das w\u00fcrde ich gerne einmal im Video\/TV sehen&#8230;<\/p>\n<p>Eine m\u00f6gliche Endzeitstimmung bei dem Gedanken von vor ihren Augen abst\u00fcrzender Bergsteiger, die das Pech hatten, die Wetterkapriolen wie Sturm oder K\u00e4lte zu untersch\u00e4tzen oder gar nicht zu kennen, die krank wurden und durch menschliche Fehlleistungen oder technischer M\u00e4ngel binnen kurzer Zeit ihr Leben am Berg verloren. (Revision 28.05.2013)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Review \/ Recension of Ulrich H. Kiefer (2009) due to 60 years expeditions on top of the Chomolungmy Tiefrote Sonnenunterg\u00e4nge, runde Steine und von Sternschnuppen bei eisiger K\u00e4lte in der Todeszone! 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